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erregter Kläger

AG Mönchengladbach
Urteil vom 25. April 1991
5a C 106/91

Inhalt: Unharmonischer Intimverkehr als Reisemangel.

Veröffentlichung gem. § 5 UrhG

 

Sachverhalt:

Für sich und seine Lebens(abschnitts)gefährtin hatte der Kläger bei der Beklagten eine Menorca-Reise gebucht. Vereinbart war Unterbringung in einem Zimmer mit Doppelbett.

Aus dem Vortrag des Klägers ergibt sich, dass er nach seiner Ankunft habe feststellen müssen, dass in dem ihm zugewiesenen Zimmer das Doppelbett gefehlt habe und statt dessen zwei nicht miteinander verbundene Einzelbetten im Zimmer gestanden hätten. Schon in der ersten Nacht sei deshalb ein "friedliches und harmonisches Einschlaf- und Beischlaferlebnis" ausgeblieben. Auch während der gesamten zwei Wochen Urlaub habe sich dies nicht gebessert, weil die Einzelbetten bei jeder kleinsten Bewegung mittig auseinandergegangen seien. Verstärkt worden sei dies noch dadurch, dass die Betten auf rutschigen Fliesen gestanden hätten. Jedweder harmonische Intimverkehr sei deshalb nahezu vollständig verhindert worden.

Der Kläger meint, der erhoffte Erholungswert, die mit seiner Partnerin ersehnte Harmonie und die Entspannung seien erheblich beeinträchtigt gewesen. Dies habe bei ihr und ihm zu Verdrossenheit, zu Unzufriedenheit und auch zu Ärger geführt. Darunter habe schließlich der Erholungswert erheblich gelitten. Er verlangt – wegen der nutzlos aufgewandten Urlaubszeit – Schadensersatz i.H.v. 20 % des Reisepreises (3.078 DM).

Die Beklagte hingegen beantragt Klageabweisung. Sie vertritt die Ansicht, eine solche Klage könne nicht ernst gemeint sein.

 

Entscheidungsgründe (Auszug):

Das AG Mönchengladbach folgte dem Begehren der Bekl. Die Klage ist zulässig. Der Bekl. ist zuzugeben, daß hier leicht der Eindruck entstehen könnte, die Klage sei nicht ernst gemeint. Die Zivilprozeßordnung sieht allerdings einen derartigen Fall nicht vor, so daß es hierfür auch keine gesetzlich vorgesehenen Konsequenzen gibt.

Die Klage ist aber jedenfalls in der Sache nicht begründet.
Der Kl. hat nicht näher dargelegt, welche besonderen Beischlafgewohnheiten er hat, die festverbundene Doppelbetten voraussetzen. Dieser Punkt brauchte allerdings nicht aufgeklärt zu werden, denn es kommt hier nicht auf spezielle Gewohnheiten des Kl. an, sondern darauf, ob die Betten für einen durchschnittlichen Reisenden ungeeignet sind.
Dies ist nicht der Fall. Dem Gericht sind mehrere allgemein bekannte und übliche Variationen der Ausführung des Beischlafs bekannt, die auf einem einzelnen Bett ausgeübt werden können, und zwar durchaus zur Zufriedenheit aller Beteiligten.
Es ist also ganz und gar nicht so, daß der Kl. seinen Urlaub ganz ohne das von ihm besonders angestrebte Intimleben hätte verbringen müssen.

Aber selbst wenn man dem Kl. seine bestimmten Beischlafpraktiken zugesteht, die ein festverbundenes Doppelbett voraussetzen, liegt kein Reisemangel vor, denn der Mangel wäre mit wenigen Handgriffen selbst zu beseitigen gewesen. Wenn ein Mangel nämlich leicht abgestellt werden kann, dann ist dies auch dem Reisenden selbst zuzumuten mit der Folge, daß sich der Reisepreis nicht mindert und daß auch Schadensersatzansprüche nicht bestehen. Der Kl. hat ein Foto der Betten vorgelegt. Auf diesem Foto ist zu erkennen, daß die Matratzen auf einem stabilen Rahmen liegen, der offensichtlich aus Metall ist. Es hätte nur weniger Handgriffe bedurft und wäre in wenigen Minuten zu erledigen gewesen, die beiden Metallrahmen durch eine feste Schnur miteinander zu verbinden. Es mag nun sein, daß der Kl. etwas derartiges nicht dabei hatte. Eine Schnur ist aber für wenig Geld schnell zu besorgen. Bis zur Beschaffung dieser Schnur hätte sich der Kl. beispielsweise seines Hosengürtels bedienen können, denn dieser wurde in seiner ursprünglichen Funktion in dem Augenblick sicher nicht benötigt.

 
 
–– nächstes Urteil ––

 

 
 

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